Quarantäne?

von Micha am 03.02.2021 / in Feedreader

Grenzenlose Abenteuer mit Michael Ziese

Ich nehme die aktuelle Situation der Pandemie als Anlass, mich einmal zu isolieren, um zu zeigen, wie es sich anfühlt, ohne Zufuhr von aussen und ohne menschlichen Kontakt autark in einer menschenfeindlichen Umgebung auf einem Boot zu leben.

Der Begriff „Quarantäne“ stammt schon aus dem 12. Jahrhundert. Er bedeutet „40 Tage Isolation“.

Auszug: ndr.de
  • Eine um 1400 aufkommende Reisesperre für seuchenverdächtige Ankömmling in Venedig bezeichnete man in Italien als: “Quaranta giorni“ (40 Tage)
  • Im Bereich der Seefahrt bezeichnet Quarantäne die Wartezeit von Schiffen, bevor Lebewesen, Waren und sonstige Güter eingeführt werden dürfen.

Ich werde mit meinem Boot dieses Projekt im März beginnen. Abseits der Zivilisation geht es von meinem Winterliegeplatz in Ìsafjörður im Norden Islands ins benachbarte Naturschutzgebiet Hornstrandir. 

Ich werde keinerlei Zivilisation vorfinden. Das bedeutet auch ohne Hilfe oder Kontakt zu anderen Seglern oder Fischern. Es gibt keinerlei Anlegemöglichkeiten, keine Möglichkeit Lebensmittel, Treibstoff oder Wasser aufzunehmen. Ich bin auf mich allein gestellt. Auch sind keine Möglichkeiten, Telefon oder Internet zu nutzen und es gibt kein Radio bzw. Fernsehempfang. Mein einziger Draht zur „Aussenwelt“, Familie und Freunden, ist ein kleiner „Garmin inReach mini“. Ein Gerät, mit dem ich grob Wetterdaten abrufen kann und Textnachrichten versenden oder auch empfangen werde. Selbstisolation mal anders.

Ablauf für 40 Tage autarkes Leben:

Von Isafjördur geht es mit ausreichend Lebensmitteln und Treibstoff für den gesamten Zeitraum nach Norden über den Ísfjorð (Eisfjord) in den Nordwestfjorden, der zu dieser Jahreszeit noch mit schwimmendem Eis aufwarten kann.

Bei einem kurzem Stopp in freiem Wasser fange ich noch ein paar Fische, die für eine Ergänzung der normalen Lebensmittel willkommen sind.

Nach nur 30 Seemeilen erreiche ich vielleicht noch bei Tageslicht Hornstrandir und einen der innen liegenden Fjorde. Das Tageslicht zu dieser Jahreszeit ist von 9:00 bis 16:00 schon recht angenehm. Je nach Wetterlage werde ich einen sicheren Ankerplatz aufsuchen, um für jedes Wetter geschützt zu sein. Alle Erlebnisse, Eindrücke, Gedanken und Gefühle werde ich schriftlich dokumentieren und filmen.

Dass es in dieser Region und zu dieser Jahreszeit mit dem Wetter sehr heftig zugehen kann, ist mir wohl bekannt. 

Bei drohendem schlechtem Wetter werde ich meine Position in den Fjorden wechseln und den Begebenheiten anpassen. Das Gebiet ist sehr weitläufig aber auch sehr gefährlich, wenn ein Zwischenfall oder ein Defekt eintritt. Hilfe kann ich dort nicht erwarten. 

Es gilt nur eine Devise: Durchhalten!!!

Auch im Mittelalter konnte keiner die Quarantäne umgehen oder abbrechen, wenn man Heimweh bekommt.

Ich bin selbst gespannt und neugierig auf das Abenteuer der besonderen Art.

Ahoi, und bleibt alle negativ.

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